Donnerstag, 18. Februar 2010

Party hard

Neulich kam in RTL explosiv eine Nachricht aus London. 2000 Jugendliche haben eine leerstehende Villa halb zerstört. Wie es dazu kam? Vier Leute haben in facebook aufgerufen dort hinzukommen und Party zu machen. Das Ganze ist dann wohl etwas eskaliert, wie man die versaute Jugend so kennt. Es endete mit getaggten Wänden, einer zerstörten Inneneinrichtung und jeder Menge Müll.

Das erinnert mich doch sehr an die Serie Skins. Wer sie nicht kennt, mittlerweile läuft die 4. Staffel in England. Bei uns ist sie leider nur im Pay-TV zu empfangen. Es geht um eine Clique, die Jungendprobleme meistern muss, dauernd high und immer am Party machen ist. Das Ganze klingt banal, was es definitiv nicht ist. Ich habe mir die 1. Staffel auf deutsch und die beiden nächsten auf Englisch angeschaut, was ich auch allen Interessierten empfehle. Was auch noch ganz informativ sein könnte für den ein oder anderen, der Hauptdarsteller aus "Slumdog Millionaire" wurde durch die Serie bekannt. Hier geht's zum Trailer der neusten Staffel: Skins Season 4

Wenn man das ganze auf Stuttgart bezieht glaube ich, dass unsere Jugend doch noch etwas zu brav ist und keine ganzen Häuser kaputt macht. Dennoch kommt wohl nicht nur vom Namen die Partyreihe Stuttgart Kaputtraven ziemlich nah ran. Ich muss mich ja als erklärter Fan vom Kaputtraven outen. Ich war schon dabei, als es noch in den Wagenhallen war, war im Rocker 33 mit dabei und bin zudem gerne im Keller Klub, wenn er wieder an seine Grenzen stößt. Die Clubs sind immer gerammelt voll, der Lärmpegel ist an der oberen Grenze und der Alkohol fließt in Massen. Vielleicht sieht man sich ja bei Nächsten.


Ach, und was ich noch sagen wollte, ich schaue solche Sendungen normal nicht, ich war zu dem Moment nur im Urlaub und meine Schwester hatte die Fernbedienung an sich gerissen. Überwiegend werden auch nur langweilige und unwichtige Beträge gesendet, wie zum Beispiel, dass der Papst für irgendeinen relativ wichtigen britischen Musikaward vorgeschlagen wurde.

Kommentare:

  1. Aks gäbe es nicht mehr im Leben...
    Spaß ja, aber es gibt noch die andere Seite der Medaille. Die Gesellschaft begibt sich selbst an den Abgrund ihrer selbst. Und es gibt nunmal die Grenze wo selbst Party aufhört Spaß zu machen.

    Ein wunderschönes Zitat der Formation K.I.Z.
    "Die Gesellschaft ist am Abgrund, was entweder daran liegen kann, dass sie blind ist oder das wir noch nicht weit genug sind es zu sehen. Wir wollen das die Menschen es sehen, oder es einfach noch weiter treiben."

    Letztendlich bin ich befürworter des neuen Trends "Feiern & Protestieren" weil das Recht das wir uns jedes Wochenende nehmen, ist auch kein Selbstverständlichkeit. Wir bekommen was und müssen dafür auch was tun. Und nicht weinen, wenn man mal zu weit gegangen ist und seine eigene Grenze überschritten hat und alles sooo doll bereut.

    man kann darüber nachdenken.
    ansonten - guter Blog.

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  2. Ich denke mal diese Serie ist fiktiv und keine Doku-Soap. Letztendlich auf Leute zugeschnitten,
    ähnlich wie (grobes Beispiel) DSDS und restliches Verdummungsprogramm. Welches nebenbei von einem Milliardär aus im Nahen Osten entschieden wird, der der Chef ist.

    Und die jungen Leute aus England..
    wer hat mehr Sorgen? Der Besitzer der Villa oder die Jugendlichen? Hätte, hätte man es richtig angestellt eine wunderschöne rebellische Aktion werden könnten, wie im Film "Die fetten Jahre sind vorbei". Man sollte sich sowas aber auch nicht als Maß nehmen. "Brav" - weil die Latte höher gesetzt wurde? Normal passt besser und ist auch gut. Du schlägst sicher auch nicht deine Lehrer. Auf dem Teppich bleiben und über den Tellerrand schauen. :) Man sprach von etwa 2-3 Jahren von der "Generation Kein Bock" was vollkommen richtig war. Aus dieser Generation kapselten sich dann verschiedene Subgruppen ab. Leute die aufstanden und was unternahmen und Leute die sich dem Leben für Heute unterwarfen - was hin und wieder sicher auch nicht schadet. Das Maß aller Dinge vielleicht.

    Gruß.

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  3. Es ist wohl wahr, dass wir unter Fremdeinfluss stehen. Dennoch glaube ich, dass zumindest manche von uns Jugendlichen - dazu schließe ich mich ein - zwischen richtig und falsch entscheiden können. Ich habe bewusst keine Wertung in meinen Post gebracht, sondern nur Vergleiche gezogen.

    Ich glaube, dass einige einfach über das Maß hinausschießen. Ich bin gegen die Zerstörungswut, den Gewaltakt, die Sachbeschädigung. Aber ist es nicht so, dass der Jugend einfach viel zu wenig zugehört, abverlangt und zugetraut wird. Vielleicht war es bei den Meisten echt nur Dummheit, aber so schafft man es auf sich aufmerksam zu machen. Und um mich von meinem brav zu distanzieren, ich habe das Wort bewusst gewählt, weil es einfach die Ironie der Sache zum Ausdruck bringen sollte. Ist es nicht absurd, Menschen, die in der Legalität bleiben als brav zu bezeichnen. Ich finde das durchaus vernünftig.

    Wie gesagt, man muss klare Grenzen ziehen, auch solche, die nicht zum überschreiten da sind. Und auch einfach welche in den Abgrund fallen lassen, damit sie erkennen, dass sie am Boden angekommen sind. Ich werde weiter feiern gehen, aber mir egal, wie betrunken ich bin überlegen, ob ich jetzt meinem Mitmenschen eine rein schlag oder einfach die Einrichtung zertrümmern. Wir sind einfach keine Rockstars, die ihr Hotelzimmer zerlegen können, wie sie wollen.

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  4. Ihr vielleicht nicht - ich fühle mich aber schon als kleiner Rockstar ;)

    Ich bin für wilde und zerstörische Partys. Leider ist das in Stuttgart, was diesen Faktor betrifft, ein Witz - oder wir gehen einfach nur auf die falschen Partys Alexa. Ich will feiern, als gebe es kein morgen und übermorgen. Randalieren, pöbeln, sich betrinken. Mein Gott, man ist nur einmal jung. Und wer nun denkt, er müsse mich nur auf das reduzieren und ich würde nicht wissen, es würde auch etwas anderes im Leben zählen - tut mir leid, was soll man dagegen sagen? Das eine schließt ja das andere nicht aus. Ich bin gegen "braves Kind" oder "asozialer Jugendlicher". Denn genau dieses Mittelding oder von beiden etwas, das ist meine Generation. Wir sind Lebensmanager. Wir planen unsere Exzesse. Okay, die schlaue These ist nicht von mir, sondern von einem Jugendforscher, war letzten Herbst auf einem Wochenendseminar unter dem Motto "Wir. Generation Egoismus" und er hat viele interessante Aspkete genannt.

    Übrigens zum Thema seine Grezen kennen und es ist mehr als nur Spaß:
    Zwei aus meinen direkten Freundeskreis sind beim Partymachen gestorben. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Das muss einem immer bewusst sein.

    Man sieht sich bei Kaputtraven!

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  5. was heißt kaputtraven genau?
    übrigens, es wäre nicht schlecht, irgendwann ein TV aus dem fenster zu werfen, das muss sich göttlich anfühlen! (aber ich weiß, wie so ein altes TV schwer ist...verdammt schwer nämlich=)
    und die rockstars sind auch nicht das, was sie mal waren, leider sind die goldenen jahre vorbei und heut sind auch die rockstars zu brav (ich wünsche mir, ich hätte in den 60-ern oder 70-ern gelebt)

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